Grundlagen des Islams
Islam heißt wörtlich: „Frieden finden, indem
man sich Gott ergibt.“ Den Propheten Muhammad (Frieden sei auf ihm) lehrte Allah
den Weg dazu auf vollkommene Art und Weise, indem Er ihm den Heiligen Koran
offenbarte. Der Koran enthält die Darlegung der menschlichen Natur und erklärt
die Gesetze, die der Mensch beachten muss, um seinem Ziel, die Reinigung des
Herzens und die Vereinigung mit seinem Schöpfer, zu erreichen. Gott (Der Sich im
Koran Allah, Wir, Er, Ich oder der Gnadenreiche nennt) hat somit den Menschen
angewiesen, Ihm zu dienen, damit er Glückseligkeit findet. Dieses „dienen“
besteht darin, dass der Mensch die Eigenschaften Allahs, von denen Er im Koran
kündet (d.h. Er ist der Allbarmherzige, der Meister des Gerichtstages, der
Liebreiche, der Helfer, der Reinigende, der Erhörer der Gebete, der Geber
angemessener Strafe, der Führer auf den geraden Weg insgesamt erwähnt der Koran
103 Eigenschaften Allahs), in sich umsetzt und auf eigene Weise verwirklicht. Um
dies zu erreichen, soll der Mensch den Kampf gegen sein Ego aufnehmen, das Böse
durch gute Taten abwehren und Wissen über Gott und Seine Schöpfung erlangen.
Denn nur der Wissende fürchtet Gott, d.h. nur wer weiss, wie schön Gott ist und
wie machtvoll und groß, der wird sich bemühen, alles zu tun, um Seine Nähe und
Liebe zu gewinnen bzw. nicht zu verlieren. Das „Gedenken Allahs“ wird deswegen
als Trost und Glück und Hilfe auf dem geraden Weg bezeichnet. Gottes zu
gedenken, geschieht im Islam durch verschiedene Formen des Gottesdienstes. Sie
werden auch die grundlegenden fünf Pfeiler des Islams genannt.
Der erste Pfeiler bedeutet, die absolute und unveränderbare Einheit und
Einzigartigkeit Gottes (Tauhid) durch Wort und Tat zu bezeugen. Allah hat
keinen Sohn und keinen Partner. Es gibt keine Macht noch Kraft außerhalb von
Ihm. Er gibt Herrschaft, wem Er will, und nimmt die Herrschaft, wem Er will.
Alle falschen Götter, ob sie einen Namen bekommen haben oder durch Kräfte
symbolisiert werden, müssen von dem Gottergebenen, d.h. dem Muslim, aus seiner
Brust verbannt werden. Dies geschieht u.a. durch den zweiten Pfeiler, der „Salât“
genannt wird, d.h. das Verrichten des Gebetes in einer bestimmten,
vorgeschriebenen Form, die Gott dem Propheten Muhammad (Frieden sei auf ihm)
offenbart hatte. Dieses Gebet, auch „Namaz“ genannt, soll zu fünf Zeiten
täglich gebetet werden, vor Sonnenaufgang, nach Sonnenhöchststand, Nachmittags,
nach Sonnenuntergang und Abends. Dieses Gebet besteht aus körperlichen
Bewegungen, die geistige Bewegungen bekräftigen. Der dritte Pfeiler ist das
Fasten im Monat Ramadan, das tagsüber geübt wird, wodurch der Körper von seinen
Angewohnheiten entwöhnt wird und das Spirituelle im Menschen Vorrang gewinnt.
Der vierte Pfeiler besteht im Geben von Spenden (Zakât), wodurch der
Mensch lernt, sich von der Liebe zum Materiellen zu befreien. Der fünfte Pfeiler
besteht in der Reise der Seele zu Gott, auch Hadsch (Pilgerfahrt nach
Mekka) genannt, die ein Muslim, ob Mann oder Frau, einmal im Leben
vollziehen soll, so er gesundheitlich und finanziell dazu in der Lage.
Indes sind all diese Gottesdienste nicht äußerlich darzubieten, vielmehr sollen
sie in Liebe und Demut geschehen, denn, so sagt der Koran, nicht das Fleisch des
Opfertieres erreicht Gott, sondern die Ehrfurcht, mit der es geopfert wird. Der
Muslim soll sich somit bemühen, all seine Handlungen „im Namen Allahs“ zu tun,
und er soll sich anstrengen, ständig Gottes durch Gebet und Meditation, zu
gedenken (was „Dua“ bzw. „Dhikr“ genannt wird). Er soll auch
bereit sein, von seinem Glauben zu zeugen und notfalls Aggressoren, die darauf
abzielen, die Glaubensfreiheit zu vernichten, abzuwehren (was Jihaad
genannt wird). Allah gebietet den Gläubigen, dass sie als oberstes Glaubensgut
die Einheit Gottes ansehen, darüber hinaus, dass sie an alle Bücher glauben
sollen, die Gott bestimmten Propheten offenbarte (wie die Thora, die Psalmen,
das Evangelium, die Gita und den Koran bspw.), dass sie an alle Propheten
glauben sollen, ob sie im Koran erwähnt werden oder nicht (d.h. auch an Abraham,
Moses, Jesus, Buddha, Krischna usw.); dass sie an die Engel als Boten Gottes
glauben sollen und an das Leben nach dem Tode, das die eigentliche Heimstatt der
Menschen ist. Das Leben auf der Erde ist nur eine Art Training der Seele, als
Vorbereitung für das rein geistige Leben nach dem Tode in Himmel oder Hölle. Das
Leben im Paradies ist ein beständiges Zunehmen an Schönheit, das Erfahren von
Geheimnissen Gottes. Das Leiden in der Hölle ist fast ewig, bis die Seele
schließlich geläutert ist und in der Lage, den spirituellen Verhältnissen des
Jenseits gemäß zu leben. Der Mensch wird vom Islam aufgefordert, keine Sünden zu
begehen, d.h. nicht bewusst Gottes Gebote, die im Koran niedergelegt sind, zu
übertreten. Konkret: nicht zu lügen, nicht Unzucht zu treiben, nicht die Ehe zu
brechen, nicht zu stehlen, nicht unberechtigt zu töten, keine Rauschmittel zu
nehmen (Alkohol, Drogen), nichts Verbotenes zu essen (z.B.
Schweinefleisch), nicht zu betrügen etc. Hingegen soll der Mensch sich
ständig bemühen, mehr Wissen zu erwerben, den Mitmenschen Gutes tun, seinen
Kindern beste Erziehung angedeihen lassen, Gerechtigkeit walten zu lassen, die
Schönheit zu mehren, die Umwelt pfleglich zu behandeln, keinen Raubbau zu
betreiben, mit allen anderen in Rechtschaffenheit wetteifern, seine Vernunft
walten zu lassen, nachzudenken, nur den Besten eines Volkes politische
Verantwortung zu übertragen, zu verzeihen, sich zu reinigen und sich vor allem
um seine Familie und Verwandte so zu kümmern, dass sie ein Beispiel für andere
werden. All dies soll geschehen, indem man in den Fußstapfen desjenigen geht,
der den Weg zu Gott auf vollkommene Weise beschritten und Einheit mit Ihm
erlangt hat, wie sie kein anderer je erlangte: indem man sein Leben nach dem des
Heiligen Propheten Muhammad (Frieden sei auf ihm und die Segnungen Allahs)
ausrichtet. Der Prophet hatte prophezeit, dass nach seinem Tode rechtgeleitete
Muslime seinen Weg fortführen würden.
Diese Heiligen werden als Reformer des Islams auftreten. Insbesondere hat er
prophezeit, dass dann, wenn der Materialismus alle Maße überschreiten würde, der
Mahdi erscheinen würde, d.h. ein neuer Führer der Muslime, der zugleich die
Wiederkunft von Jesus repräsentieren würde. Kein anderer als der Begründer der
islamischen Reformgemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hazrat Mirza Ghulam
Ahmad, hat diese Prophezeiungen erfüllt. In seiner Nachfolge leiten Kalifen die
Muslime seiner Gemeinde, zurzeit der 5. Kalif Hadhrat Mirza Masroor Ahmad.
Hayadtullah
Hübsch
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